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Alnatura Magazin April 2021

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Der Spargel ist da! // Ausgezeichnet: ganzheitlich nachhaltiges Handeln bei Alnatura // Weniger Verpackungsmüll: Infos und Tipps

STANDPUNKT Zehn Jahre

STANDPUNKT Zehn Jahre Fukushima Warum Atomkraft ein Auslauf modell ist – ein Gastbeitrag von Greenpeace Am 11. März 2011 kam es nach einem schweren Erdbeben an der Ostküste Japans zum Super-GAU im Atomkraft werk Fukushima. Alle drei zu diesem Zeitpunkt laufenden Reaktoren explo dierten, die folgende Kernschmelze setzte Radioaktivität frei und circa 160 000 Menschen mussten fliehen. Das ist nun zehn Jahre her – ein Anlass für einen Gesamtblick auf die Atom energie. K ernenergie ist unkontrollierbar. Das hat der Vorfall in Fukushima erneut deutlich gemacht. Durch das schwere Erdbeben wurden die Atomreaktoren zwar automatisch abgeschaltet, aber als ein Tsunami Teile unter Wasser setzte und der Strom ausfiel, war der Katastrophenverlauf vorherbestimmt: Ausfall der Kühlung, Kernschmelze und nacheinander explodierende Reaktorblöcke. Radioaktivität trat aus, Familien wurden getrennt und es gab Chaos. Menschen flüchteten in Sammelunterkünfte, die wenig später besonders radioaktiv belastet waren. Der damals amtierende Regierungschef Naoto Kan schreibt in seinem spannenden Buch »Als Premierminister während der Fukushima-Krise«, dass viel Glück im Spiel war: Beinahe wäre viel mehr Radioaktivität freigesetzt worden. Die dann nötige Evakuierung des Großraums von Tokio mit 50 Millionen Menschen wäre der Untergang von Japan gewesen. Ein Blick auf die großen Reaktorunfälle zeigt: Sie sind häufiger als erwartet. Und sie hätten viel schlimmere Folgen haben können. In Tschernobyl gelangte 1986 etwa die Radioaktivität durch einen Graphitbrand in sehr große Höhen, wodurch zumindest die Region selbst eher verschont blieb. Greenpeace war von Beginn an gegen die atomaren Gefahren aktiv. Angefangen vor 50 Jahren, 1971, gegen die oberirdischen US-Atomtests in Alaska, die schließlich eingestellt wurden. Weitere Erfolge waren die Einstellung der französischen Atombombentests auf dem Mururoa- Atoll, das internationale Verbot der Atommüllverklappung im Meer, in Deutschland natürlich der Atomausstieg und ganz frisch 2020, dass der ungeeignete Salzstock Gorleben nicht mehr als Endlager für Atommüll dienen soll. Doch es bleibt noch viel zu tun, von der Still legung der laufenden AKWs bis zu insbesondere dem brenzligen Thema Endlager. Noch immer ist weltweit kein einziges gefunden. Green peace wird die Suche aufmerksam im Auge behalten. Mehr als drei Millionen Menschen unterstützen Greenpeace weltweit. Sie möchten auch dabei sein? Möglichkeiten und Infos unter greenpeace.de/mitmachen 50 Alnatura Magazin April 2021

HERSTELLER-EMPFEHLUNG* TEURER ALS GEDACHT Das hohe Risiko der Atomenergie drückt sich gut in einer nüchternen Berechnung eines Versicherungsinstitutes aus: Eine adäquate jährliche Prämie zur Deckung der Haftpflichtrisiken müsste für einen einzigen Reaktor 19,5 Milliarden Euro betragen. Auch sonst ist Atomenergie in Wahrheit teurer als gedacht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) analysierte alle 674 seit 1951 zur Stromproduktion gebauten Atomreaktoren mit dem Ergebnis: »Dass Atomenergie nie wettbewerbsfähig war, sollte uns nicht wundern, denn die Stromerzeugung war immer nur ein Nebenprodukt. Die militärischen und geostrategischen Interessen standen immer an erster Stelle.« Daher: »Die Mär der Atomenergie als klimafreundliche Alternative zu fossilen Energieträgern fällt völlig in sich zusammen.« NOCH VIEL ZU TUN Die Universität Sussex nennt den extrem teuren Atomkraftwerks-Neubau in England als Beispiel für militärische Interessen: Die Erneuerung der britischen Atom-U-Boot-Flotte lasse sich nur im Schatten der zivilen Atomenergie umsetzen. Auch bei Neubauprojekten in sonnenreichen Gebieten, zum Beispiel im arabischen Raum, geht es um Militärtechnik – Solar kraftwerke wären nämlich günstiger und schneller aufgebaut. Dass Atomkraft ein Problem mit der Wirtschaftlichkeit hat, zeigen zudem Beispiele wie die Stadt Zürich, die keinen Käufer für ihre Anteile am AKW Gösgen findet. Deutschland hingegen schaltet immerhin Ende 2022 die letzten Atomkraftwerke ab. Aber viele Probleme bleiben. Zum einen versorgen hier angereichertes Uran und Brennelemente weiter rund 30 bis 40 Atomreaktoren (teils nahe der deutschen Grenze). Zum anderen bleibt der Atommüll als Last für zehntausende Generationen. Mit anderen Worten: Es ist noch viel zu tun. Gastbeitrag von Greenpeace e. V. DREI FRAGEN AN DEN ATOM EXPERTEN HEINZ SMITAL Herr Smital, die Menschen, die Atomkraft befürworten, werden wieder lauter. Hat Russland nicht sogar ein schwimmendes Atomkraftwerk gebaut? »Ja, eine riskante Neuentwicklung, die auch ein Lager für hochradioaktiven Atommüll an Bord hat. Sie soll Energie liefern, um Öl- und Gasfelder in der bisher industriell noch nicht erschlossenen Arktisregion auszubeuten. Das hätte dramatische Folgen für den Klimaschutz.« Aber modulare Reaktoren wie jener an Bord sollen den wirtschaftlichen Durchbruch bringen, heißt es. »Ob kleine, unausgereifte Serienproduktionen wirklich wirtschaftlicher sind, bezweifle ich. Man bräuchte beispielsweise 20 schwimmende AKWs, um einen Reaktor an Land zu ersetzen. Für eine globale Stromerzeugung hat so etwas keine Bedeutung. Gleichzeitig enthalten sie trotzdem genug Radioaktivität, um große Flächen unbewohnbar zu machen.« Gibt es andere, neue Reaktorkonzepte? »Eigentlich sind das eher alte Konzepte aus den 1950er- bis 1970er-Jahren, die sich gegen den heutigen Reaktortyp schon damals nicht durchgesetzt haben.« Made by Speick Bionatur Soap Bar Hair & Body Bergamotte** vegan Die mild reinigende Haar- und Körperseife besteht aus reinen Pflanzenölen, mit einem Duft von Bergamotte und Zitronengras. Pflegt die Haut weich und geschmeidig. Weizenproteine sorgen für leichtere Kämmbarkeit. Hergestellt aus Kokosund Olivenöl sowie RSPO-zertifiziertem Palmöl aus nachhaltigem Anbau (Roundtable on Sustainable Palm Oil). Die Seife ist unverpackt erhältlich und biologisch abbaubar. 1 St. 3,99 € Übrigens: Alnatura bezieht für alle Standorte und Märkte hundert Prozent Ökostrom aus erneuerbaren Energien. * Bei dieser Produktvorstellung handelt es sich um eine Anzeige. Sie erhalten das Produkt in Ihrem Alnatura Super Natur Markt. ** Nicht in allen Märkten erhältlich. Alnatura Magazin April 2021 51

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