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Alnatura Magazin Dezember 2022

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Lasst uns kochen: Winterliche Hüttenrezepte // Gut leben: Die Kraft des Singens // Gesellschaft: Sinnvolles schenken

ERLEBEN Croûte au

ERLEBEN Croûte au fromage: Am besten auf 2 500 Metern Die Cabane du Mont Fort in Val de Bagnes im schweizerischen Wallis ist seit fast einem Jahrhundert eine Institution. Sie ist sichere Schutz- und Übernachtungshütte auf der berühmten Bergroute Haute Route vom französischen Chamonix ins schweizerische Zermatt. Hier, auf einer der am höchsten gelegenen Berghütten in den Alpen, kann man ursprüngliche Walliser Küche wie die Croûte au fromage genießen und, sofern man die Höhe verträgt, auch hervorragend schlafen. Ihre Behaglichkeit und Offenheit verdankt die Hütte auch dem 69-jährigen Hüttenwirt Daniel Bruchez, der mit seinen Hunden Jump und Pixel auf der Cabane lebt. 1925 wurde die Schutzhütte des Schweizer Alpen-Clubs (SAC) über den Wolken errichtet. Wer würde hier oben abends keine Ruhe finden? Wenn die Sonne scheint, sind auf der Cabane viele Sonnenhungrige zu versorgen. Herr Bruchez, wie kam es, dass Sie seit über 40 Jahren der Hüttenwirt hier oben sind? »Ich bin unten im Tal geboren und war zunächst Bergführer. Damals ist die Hütte schon so etwas wie meine zweite Heimat geworden. Da war das natürlich alles noch viel einfacher: Als die Hütte 1925 errichtet wurde, gab es neben dem großen Gastraum nur einen großen Schlaf saal. Aber das war für die Leute in Ordnung. Heute wollen nur noch Freundesgruppen oder Familien das Erlebnis haben, alle gemeinsam auf einem großen Matratzenlager zu schlafen. Die meisten möchten mittlerweile ein bisschen mehr Komfort, daher kam irgendwann auch der Anbau mit Zimmern und Duschen.« Was für Leute kommen hier hoch? »Die Cabane war schon immer dafür bekannt, dass die Gäste ganz unterschiedliche Leute sind. Wanderinnen und Wanderer, Gruppen, die bei Käsefondue oder Croûte vielleicht einen Geburtstag feiern möchten. Leute, die die Stille suchen. Leute, die die authentische, regionale Küche und Weine von kleinen Produzenten aus dem Tal genießen möchten, wie unser Tartiflette oder die Salate mit dem Bergkäse Tomme oder lokalem Ziegenkäse. Und dann gibt es noch die durchgeschwitzten und erschöpften Gäste auf Tourenski, die beispielsweise die Haute Route gehen.« Sprechen wir über die Haute Route. Das ist eine gewaltige Anstrengung, oder? »Absolut! Diese klassische Tour, die man 12 Alnatura Magazin Dezember 2022

ERLEBEN »Ich habe nicht ein einziges Mal daran gedacht aufzuhören!« Daniel Bruchez, Hüttenwirt der Cabane du Mont Fort Die Cabane du Mont Fort im schweizerischen Wallis ist sein Leben: Hüttenwirt Daniel Bruchez. im März oder April gehen kann, ist eine mehrtägige Wander- und Skidurchquerung durch eine der höchsten Regionen der Alpen. In sechs Ski-Tagen werden rund 180 Kilometer überwunden. Der höchste Punkt der Überquerung ist mit 2 987 Metern der Col de Prafleuri, der zwischen der Cabane de Prafleuri und dem Bergdorf Arolla in der französischen Schweiz liegt.« Was verändert sich hier oben? »Auf unserer Speisekarte nicht viel (lacht), die Croûte werden Sie immer bei uns finden. Aber um die Hütte herum beobachte ich leider schon besorgniserregende Veränderungen, die ich auf den Klimawandel zurückführe. Ende letzten Novembers waren die Böden noch so warm, dass sich die ersten Schneefälle nicht mit dem Boden verbinden konnten. Das ist auf dieser Höhe beunruhigend. Die Permafrostböden tauen einfach auf. Und die Wetterausschläge sind viel extremer geworden. Sichtbar ist auch für mich, wenn ich auf die gegenüberliegenden Gletscher von Petit und Grand Combin schaue, dass die Gletscher immer kleiner werden. Die Natur wandelt sich. Sehr traurig! Auch für die vielen in der Höhe lebenden Tiere hier. Die Steinböcke, die vielen Murmeltiere.« Haben Sie jemals über ein Leben in der Stadt nachgedacht? »Für einen Stadtmenschen mag das vielleicht komisch klingen, aber ich finde, hier oben passiert jeden Tag sehr viel. Wir müssen das Wetter managen, kochen, Leuten helfen, führen spannende Gespräche mit Menschen aus der ganzen Welt, die hier hochkommen. Immer passiert etwas Unvorhersehbares. Das Essen muss auch im starken Schneefall hochgebracht werden. Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal Fernsehen geschaut habe. Ich habe nicht ein einziges Mal daran gedacht auf zuhören!« Das Interview führte Matthias Fuchs. Alnatura Magazin Dezember 2022 13

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